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Gutartige Prostatavergrößerung (BPH):

Anatomisch gesehen liegt die Prostata unmittelbar am Ausgang der Harnröhre, unterhalb der Harnblase. Sie umschließt die Harnröhre vollständig und gleicht in Form und Größe einer Kastanie. Die Prostata ist eine Drüse und produziert einen großen Teil der Samenflüssigkeit. Dieses Sekret dient als Transportmittel für die Samenzellen, versorgt sie mit Nährstoffen und neutralisiert das saure Scheidenmilieu. Somit ist die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ein wichtiges Organ für die Fortpflanzung. Gesteuert wird sie durch das natürliche Hormonsystem, insbesondere durch die Geschlechtshormone des Mannes.

BPH = benigne Prostatahyperplasie

Etwa ab dem 40. Lebensjahr beginnt sich die Prostata zu vergrößern – ein Vorgang, der alle Männer betrifft. Ursache ist eine abnehmende Produktion der Sexualhormone mit zunehmendem Alter. Dadurch gerät das Hormongleichgewicht ins Ungleichgewicht. Eine Theorie besagt, dass dieser Prozess das Wachstum der Drüse anregt, ähnlich wie bei anderen Hormondrüsen, etwa der Schilddrüse. Die genaue Ursache der Vergrößerung ist jedoch bis heute nicht vollständig geklärt. Durch die Zunahme des Drüsenvolumens kann es zu einer Einengung der prostatischen Harnröhre kommen, wodurch die typischen Beschwerden des älter werdenden Mannes entstehen.

Symptome

Als erstes Anzeichen zeigt sich eine Abschwächung des Harnstrahls. Die Blasenentleerung dauert dadurch länger, zudem tritt häufig ein lästiges Nachträufeln auf. Auch der Harndrang nimmt zu – typischerweise auch nachts, was als besonders störend empfunden wird. Männer mit fortgeschrittener Prostatavergrößerung müssen oft vier- bis fünfmal pro Nacht zur Toilette.

Begleitend kommt es zu kleineren Harnportionen, die sich leicht messen lassen. Durch die Verengung der Harnröhre dauert es zudem länger, bis der Urinfluss einsetzt – Betroffene müssen oft einige Sekunden warten, bis das Wasserlassen beginnt.

In späteren Stadien können zusätzlich Brennen beim Wasserlassen, Infektionen der Prostata oder Blase sowie Schmerzen auftreten. Bei stark vergrößerter Prostata kann diese auf umliegende Strukturen drücken und Spannungs- oder Druckschmerzen im Damm- und Analbereich verursachen. Mitunter entstehen sogar Krämpfe im Mastdarm, die Beschwerden beim Stuhlgang hervorrufen. Typischerweise verstärken sich die Symptome nach dem Genuss alkoholischer Getränke, bei kalten Füßen, Verstopfung oder langem Sitzen.